ROLLBERGINFO – Zeitung des Quatiersmanagements Rollbergsiedlung
18. Ausgabe, November 2010

Werkraum Köpfchen
Auf einem ehemaligen Lagergelände des Neuköllner Grünflächenamtes in der Kopfstraße, direkt vor dem Schlagbaum zum Park der Lessinghöhe, hat der Holzbildhauer Nils Werner seinen „Werkraum Köpfchen“ eingerichtet. In zwei kleinen Räumen stehen Werkbänke und Holzfiguren und vom Nachbardach schaut ein Holzkopf die vorbeigehenden Passanten an. Werner beschreibt sich selbst als „Halbtagskünstler“, denn allein von seiner Kunst kann er nicht leben. Wenngleich er im Jahr 2007 eine gewisse Berühmtheit in Neukölln erlangte: Damals hatte er aus einem durch Sturmschaden freigelegten Ahorn-Baumstumpf in der Hasenheide eine Figur gehauen, einen „Wegweiser“ wie er sagt – und zwar in Richtung FKK-Wiese auf der einen und Sehitlik-Moschee auf der anderen Seite. Die Figur erregte schnell Aufmerksamkeit und Proteste, weil sie zur FKK-Wiese hin nackt wirkte. Sie wurde beschmiert und der Kopf wurde ihr abgeschlagen. „Allerdings“, so Nils Werner, „kam es auch mal vor, dass jemand ein paar Cents in eine Spalte legte.“ Ihm ging es damals um die moralischen Widersprüche, die in der Hasenheide aufeinander treffen und die er symbolisieren wollte. Im Jahr 2008 berichtete sogar die Morgenpost unter dem Titel „Scheinheilig in Neukölln“ ausführlich über das Schicksal der Figur. Im Atelier in der Kopfstraße geht es nun etwas ruhiger zu. Hier arbeitet er in erster Linie für sich selbst und bietet kostenlose Schnitzkurse für Kinder an. Verbiegen oder dem Kunstbetrieb anbiedern möchte er sich nicht: „Ich schnitze dann, wenn ich das Bedürfnis dazu habe.“

Hier können Sie sich die Online-Ausgabe anschauen.


23.04.09, 1.20 Uhr

RTL – Magazin

Thema: Rekonstrution der Jungfernhaut junger türkischer Frauen

– In dem Fernsehbeitrag ist eine türkische Frau zu sehen,

die zum Anfang und am Ende der Reportage neben der „Hasenheidefigur“ umherläuft.


Quellenverweis:
„Berliner Morgenpost“

http://www.morgenpost.de/printarchiv/biz/article998306/Scheinheilig%20in%20Neukoelln.html

Berliner Merkwürdigkeiten

Scheinheilig in Neukölln

Sonntag, 14. Dezember 2008 01:38  – Von Uta Keseling

Ein Jogger schlägt in letzter Sekunde einen Bogen um die kleine Holzfigur. Eine junge Frau zieht eilig ihren Riesenhund weiter, als der sein haariges Bein hebt an dem hüfthohen Männlein auf der Weggabelung: da kniet ein etwas schwärzlicher Mönch aus Holz, ein wenig schief und gebeugt steht er da, den Kopf eingezogen. Die Hände hält er wie zum Gebet. Eine seltsame Geste in der Hasenheide, diesem sündigsten aller Volksparks von Neukölln.

Es ist früh. Neun Uhr morgens. Die Sonne legt einen dermaßen rosafarbenen Streif über die dunstige Parklandschaft aus Bäumen, Hügeln und Auen, dass man den hässlichen Scheinfrieden am Eingang liebsten vergessen möchte. Während auf der Hundewiese Menschen ihren Fiffis Stöckchen werfen und von gegenüber ein Esel im Streichelzoo fröhlich i-aaaht, floriert zu Füßen der ehrenwerten Trümmerfrau (dem Denkmal) das Geschäft mit dem Rausch. Es floriert 24 Stunden, aber frühmorgens sind es frisch rasierte Büromenschen auf teuren Fahrrädern, die sich hier ihre Tagesration Beruhigungshaschisch besorgen. Einer bröselt sie sich gelassen in die Selbstgedrehte, bevor er weiterradelt. Je später der Tag, desto abgerissener die Kundschaft, und irgendwann kommt die Polizei, oder auch nicht. So geht das hier seit Jahrzehnten.

Das hölzerne Männlein bekommt davon wenig mit. Es steht auf der Rückseite des Trümmerhügels mit der Aussichtsplattform: Ein mönchgewordener Wegweiser an einer dreifachen Wegkreuzung, symbolischer geht es kaum. Zwei dicke Frauen in Kopftüchern rollen heran, sie tragen Turnschuhe unter den wallenden Gewändern und rudern mit den Armen vor ihren ausladenden Busen wie olympische Geher. Das Männlein würdigen sie keines Blickes.

Seit eineinhalb Jahren kniet die Figur hier, als sei sie plötzlich gewachsen. Sie ist hier gewachsen. Der Mönch steckt mit Stumpf und Stiel in der Erde. Er war einmal ein Ahorn und wurde etwa 50 Jahre alt, sagt sein Schöpfer, Nils Werner, selbst erst 36 Jahre alt und nach eigener Aussage „Halbzeitkünstler“. Wirbelsturm Kyrill machte dem Ahorn im Januar 2007 ein Ende. „Ich fand diesen Ort auf der Kreuzung irgendwie einladend für eine Skulptur“, sagt Nils Werner über den Baumstumpf, den er zum Manne machte. Er klingt etwas zögernd. So richtig sei die Figur gar nicht mehr seine. Denn schon kurz, nachdem er angefangen hatte zu schnitzen, kamen andere und gaben dem Holzmann ihr ganz eigenes Gesicht. Beziehungsweise nahmen es ihm. Den schiefen Kopf etwa schnitzte Werner als Ersatz aus dem Hals, nachdem jemand das ursprüngliche Gesicht samt der Kippa auf dem Kopf rüde abgehackt hatte. Der schwarze „Mantel“ entstand durch eine Kokelei an Weihnachten. So wurde aus dem Baum schließlich ein nachdenklicher, etwas Caspar-David-Friedrich’scher Mönch, der den Blick abwendet von den Gestaden der Großstadt. Das Tosen der Stadt dringt bis an die Wegkreuzung. Es klingt, als würfe ein Riese irgendwo Autos und Züge an Land.

Die Hasenheide, ein Eiland des Innehaltens zwischen den Schlachtfeldern der Metropole? So kann man das sehen. Einst jagte der Große Kurfürst hier Hasen, später kamen Soldaten zu Schießübungen aufs „Tempelhofer Feld“. Heute klingen die Glocken der päpstlichen Nuntiatur an der Lilienthalstraße herüber. Das religiöse Gegengewicht halten die evangelische Freikirche am Südstern, die Sehitlik-Moschee am Columbiadamm und der Hindu-Tempel, der an der Ecke am Hermannplatz gebaut werden soll.

Inmitten dieses spirituellen Kraftfeldes steht das Männlein und schaut auf eine FKK-Wiese. Im Sommer aalen sich die Nackten hier dicht an dicht. Wenn sie hochgucken, schauen sie auf ihresgleichen aus Holz – den Mönch. Denn so sieht dieser von vorn aus: Nackt. Sehr nackt.

Das Männlein trägt offenbar schwer an seiner Last, genauer gesagt, an einem widernatürlich großen Geschlecht, das an ihm zu zerren scheint wie die Höllenhunde des Zerberus. Er habe auf die Widersprüche hinweisen wollen, die in der Hasenheide aufeinander treffen, sagt der Künstler. Auf die Gegenwelten rundum. Auf die Richtungen, die man hier einschlagen kann: religiöse, moralische. „Offenbar können die Leute damit etwas anfangen, denn ich bekomme viele Rückmeldungen. Manche haben in der Figur einen Wanderer gesehen, einen Affen oder sogar eine Frau“, sagt Nils Werner.

Letztlich sei auch der Vandalismus eine Meinungsäußerung: „Manche stoßen sich eben an der Figur, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.“ Mit der Kippa, der Kopfbedeckung jüdischer Männer, sei er wohl zu weit gegangen: „Wenn ich noch einmal eine Figur im öffentlichen Raum gestalte, würde ich ihr nicht solche Details geben.“ Er will sich inzwischen nicht mehr festlegen, was genau er eigentlich geschnitzt hat. Sein Geschöpf, das (schein)heilige Mönchlein, führt inzwischen ein Eigenleben. Oder, wie sein Schöpfer es sagt: „Er hat seine eigene Aura.“

© Berliner Morgenpost 2008

(Der selbe Artikel ist auch in der Welt unter einem anderen Titel erschienen!)

„Die Welt“

http://www.welt.de/wams_print/article2911962/Der-merkwuerdige-Moench-aus-der-Hasenheide.htm


Ergänzend dazu meine Beobachtungen
Titel: „Figur zwischen Moschee und Fkk – Wiese „
Alternative Namen zusammengefasst/Betrachtungen durch Passanten:
Affen(frau), Trommlerin,  Hexe auf Besen …

verwendetes Werkzeug : verschiedene Stecheisen bis Groesse 35mm, Hohlbeitel 16mm und einen Holzhammer
Beginn: kurz nach Ostern _ 15.04.07 Ende: Oktober/November 07

Besonderheiten: Am 18. Januar 07 wurden mehrere Bäume umgeweht durch den Sturm „Kyrill“ durch den Waldwirtschaftlich in Deutschland hoher Schaden entstand. Durch diesen Umstand ergab sich durch Schadensminimierung der Landschaftsgärtner vom Grünflächenamt ein Holzstumpf aus Ahorn.
Die Figur ist im Boden verwurzelt und hat fortwährend eine Restfeuchte bis zu 55%, welche durch die Witterung und das insgesamt zu feuchte Wetter in diesem Jahr; die ganzen Arbeitszeiten an der Figur bestehen blieb. Es ist zu vermuten, dass die Restfeuchte insgesamt auf ein Minimum von ca.10-15 % erst nach Jahren erreicht wird, weil die Wurzeln nur langfristig an Trockenheit zunehmen.

Ich fühlte mich inspiriert von anderen bereits vorhanden Holzobjekten im Halbreliefstil (Halbplastik), die an anderer Stelle in der Hasenheide aufzufinden sind und durch mehrere Bildhauer vor Jahren entstanden.
Daher entschied ich mich spontan zu einem Arbeitsprojekt zur Herstellung einer Vollplastik,
die am besten in die umgebenden Situationen einfliesst bzw. diese wiederspiegelt.
Die ersten 55 Stunden, somit ca. 90 % der Arbeitszeiten waren des Nachts, jeweils 2-4 Stunden gegen Mitternacht. Teilweise mit Teelichtern, Taschenlampe und Mondlicht beleuchtet.
Zudem traktierten mich die Mücken und gaben teilweise das Arbeitsende vor.

Es kamen vereinzelt Passanten vorbei, etwa einer je Stunde, einige davon gesprächig.

Sogar die Polizei fuhr während der Maientage durch den Park und erfragte das Motiv bzw. das zu entstehende Objekt. Ich entgegnete „Ein Mensch“, die Polizisten im vorbeifahrenden Wagen ergänzten „ein kleiner Mensch“. Ich bejahte.
Es gab auch noch weitere Reaktionen zu meiner Figur, sogar wortlose.

Die Figur wurde im Sommer mehrfach sabotiert. Es wurde vermutlich mit einem Akkubohrer in die Augen gebohrt. Es wurde mit wasserfesten Stiften Logos gewisser Jugendgangs auf die Figur bzw. gewisse Körperteile geschmiert.

Evtl. wurde mit einem Hammer auf den Kopf der Figur gehauen, wodurch ich mich gezwungen fühlte die Figur zu verändern. Also reduzierte ich die Figurgröße, wodurch diese den Hals einbüßte. Nach der Veränderung wurde wiederholt mit wasserfesten Stiften auf der Figur herum geschmiert, diesmal die Augen und die Brust.

Im Sommer hatte ich ein kleines Blechschild hergestellt  und angebracht, meine Internetadresse war dort zu lesen. Dieses Schildschen wurde abgerissen obwohl es mehrfach angenagelt war.

Ich habe mich entschlossen die Figur nicht ganz fertig zu stellen, weil dadurch der Beweggrund die Figur weiterhin zu sabotieren bzw. komplett abzusägen und für den Privatgebrauch zu unterschlagen meiner Meinung nach minimiert werden würde. Desweiteren lässt eine unvollendete Version der Figur mehr Platz für eigene Interpretation des Betrachters.

Ich erhielt dieses Mal eine positive Reaktion.
Es lag auf der Figur ein wenig Kleingeld. Ich vermute ich habe kurz zuvor die Spender (Familie) in der Nähe der Figur gesehen.

Ab Mitte August begann ich tagsüber wieder zu Schnitzen, da das Mondlicht in der passendsten Position nicht mehr ausreichte um Nachts die Konturen der Figur auszuarbeiten. Auch Tagsüber erhielt ich einige Reaktionen zu der Figur. Es laufen mindestens 100 Passanten je Tag an der Figur vorbei.

Bei den Hunden ist die Figur bzw. der Baumstumpf ein willkommenes Objekt, welches sie natürlich markieren müssen.

Ein Aktionskünstler sprach mit mir, wir wollten weiterhin in Kontakt bleiben, zwecks evtl. gemeinsamer Ausstellung in Mitte (Jannowitzbrücke).
Ein Mann kam vorbei und sagte, er vermute, dass die Figur schon viele Leute inspiriert hätte.

Ein kleines Mädchen mit zwei Männern u. a. Vater saß auf dem Kopf der Figur.
Eine Gruppe Schulkinder hielt sich an der Figur auf und machte diesen zum Treffpunkt zur Rückkehr nach ihrem Ausflug.

Eine Frau sprach mich an und zeigte mir einen Holzspan, den sie extra vor Monaten aufhob während der Entstehung der Figur.

Ein Polizeiwagen fuhr durch den Park, sehr nah an die Figur heran und schaute interessiert aus dem Auto, dann fuhren sie weiter.

Gestern fragte ein kleines Mädchen ihren Vater ob die Figur noch Füße bekommt. Der Vater und ich grinsten uns an und beantworteten die Frage, dass die Figur mit dem Stamm verwachsen sei.
Später waren drei Männer zugegen und sprachen mit mir, sie kannten sich scheinbar untereinander. Ein Kunstmaler war auch dabei, wir wollen weiterhin in Kontakt bleiben, zwecks evtl. gemeinsamer Ausstellung in Mitte.
Danach sprach mich ein Tischler aus Prenzlauer Berg an, der seine eigenen Schnitzereien nur für den Privatgebrauch herstellt und so wie ich auch Repressalien mit seinem Nachbarn hat wegen Lärmbelästigung durch Hammer und Stecheisen.

Heute (16.10.07) behauptete eine Passantin, dass der Baumstumpf lose einzementiert sei und das sie eine Bildhauerin mit Kopftuch an der Figur am arbeiten sah, ich brach das Gespräch ab nachdem sie sich von mir nicht überzeugen lies, dass ihre Äußerungen nicht der Realität entsprechen konnten, da ich ja den fortlaufenden Entstehungsprozess und den Ursprung des Holzstumpfes kenne.
Etwas später kamen ein paar Jugendliche (zwei Jungen und zwei Mädchen) vorbei und unterstellten mir gleich ich sei Hartz-4 Empfänger, da ich so aussehe, ich blieb freundlich und beantwortete die Frage wie lange ich an der Figur geschnitzt habe. Dann zieht einer der Jugendlichen einen Kleinsäbel aus seiner Hose und meinte ich könne ja auch damit schnitzen. Ich sagte das geht damit nicht. Dann sagte er „Wer sich mit Neuköllnern anlegt … “ während er erneut auf sein Messer hinwies. Wir verabschiedeten uns. Ich kann mir vorstellen, dass die Jugendlichen bekannt waren bei den Schmierern die sich an der Figur verdingten.

Ein Mann kam vorbei und blieb vor der Figur stehen und sagte „Schön“.

Ich ergänzte die Holzfigur mit geschnitzten Schriftzeichen (Halbrelief) auf dem unteren Holzstumpf. Somit ist/war die Internetadresse wieder für die Passanten zu Lesen.

Ich hatte meistens große Freude an der Figur zu schnitzen. Ich hoffte, dass die Figur weitgehend von den Passanten angenommen wird und vor allem nicht weiterhin sabotiert wird.

Kurz nach Fertigstellung (03.11.07) der Figur wurde sie abermals sabotiert. Der Figur wurde der Kopf speziell das Gesicht zerstört. Zudem wurde sie mit Farbe beschmiert.
Ich habe der Figur wiederholt ein Gesicht geschnitzt und auch Haare und eine „Kipa“ (Judenkappe) geschnitzt. Kurz darauf kam eine Frau zu mir und fragte ob sie die Figur fotografieren dürfe, ich willigte ein. Sie fragte mich danach ob ich einen Abzug von dem Foto haben wolle. Ich lehnte das Angebot ab. Ich ging davon aus, dass ich Tage später von einem befreundeten Fotografen ein Foto von der veränderten Figur bekäme. Leider kam es nicht dazu.
ICH SUCHE DAHER DIE FRAU DIE MIR EINEN ABZUG DES FOTOS VON DER FIGUR ANGEBOTEN HATTE – BITTE E-MAIL AN MICH !

Als ich Tage später wieder zu der Figur kam war sie am Kopf sehr beschädigt worden. Mir wurde von einem Passanten ein Bier angeboten (sein letztes). Er fragte mich zuvor was die Figur werden solle und später sagte er, Schnitzen findet er gut.

Einige Monate später erzählte mir ein Passant, dass ein anderer Passant, dessen letztes Bier ich bekam, aus Wut über die Figur und mich, die Figur zerstört haben soll, außerdem gefiehl sie ihm nicht.

Ich habe mich entschlossen nicht weiter an der Figur zu arbeiten.


Etwa Weihnachten 07 wurde die Figur angezündet und mit Farbe bekleckert.
Später wurde sie dann mit Plastikblumen verziert. Zwischendurch hatte jemand ein paar Cent in die Figur gelegt.

Im Jahre 2008 hatte die Figur weitere Veränderung erfahren. Sie wurde mehrmals von Matthias bearbeitet, als ich ihm dabei sah, hatte ich ihm gestattet weiter daran zu arbeiten. Auch danach wurde die Figur weiterhin beschädigt, vor allem am Kopf . Die Figur verwittert weiterhin und Grünspan hat sich bereits angesiedelt.

Weitere Ergänzung vom 7. Juli 2009:

Die Figur wurde weiterhin beschädigt vor allem im Gesicht. Jetzt ist die Sabotage scheinbar beendet. Die Figur hat einen der Länge nach halbierten Kopf. Es sind durch die Wetterwechsel, Sonne und Regen, Risse im Holz entstanden. Am Fuß des Baumstumpfes haben sich Ameisen eine Kolonie gegründet, die Rinde ist fast komplett abgefallen. Es hat sich ein bzw. mehrere Ableger eines Baumpilzes gebildet die seitlich am Stumpf herausragen. Von diesem Mycell (Pilz) ernähren sich vermutlich die Ameisen. Das Futter ist quasi direkt vor deren Haustür. Wenn das Mycell den Stumpf komplett durchsogen hat wird das Holz und somit die Figur vermutlich abbrechen und die Reste später zu Humus verfallen. Was wohl noch ein paar Jahre dauern wird.

Weitere Ergänzung vom 15. Mai 2010:

Die Figur wurde erneut schwer beschädigt am Kopf und den Armen .

(Foto auf der Fotoseite)

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Artikel in der Berliner Morgenpost:

Kleine Entdeckungen

Karriere eines Baumstumpfes

Donnerstag, 7. Juli 2011 02:12

„Da hinten ist auch noch eine“, sagt der Mann mit der Bierflasche hilfsbereit. Er sitzt mit seinem Kumpel auf einer Bank und guckt zu, wie andere Leute Kunst betrachten. In der Hasenheide stehen nämlich mehrere Skulpturen.

Man muss nur genau hinsehen: Es sind Baumstümpfe, aus denen Figuren geschnitzt wurden. Die Urheber sind unbekannt, zumindest kennt man im Bezirksamt keinen. Der Stumpf vor der Bank ist ein Kopf. Eines Trolls? Augen, Ohren, Knubbelnase und entweder ein riesiger Mund oder ein langer Bart. So genau ist es nicht zu erkennen, die Figur ist etwas verwittert. Die Skulptur „da hinten“ ist ein bemalter Stumpf, quietschbunt. Sie steht dort, wo rastabezopfte Hasenheidenbesucher regelmäßig ihren Rave veranstalten. Auf der gegenüberliegenden Wiese eine Frau mit vier Brüsten – gut, dass sie aus Holz ist, somit keinen BH braucht. Aus der Rückseite ihres Stumpfs gucken zwei Gesichter erstaunt in die Welt. Direkt auf einer Kreuzung am Teich steht ein einsamer Gitarrenspieler. Der Berliner Nils Werner hat diese Skulptur im Jahr 2007 geschaffen. Er erzählt, dass sie früher nackt wirkte und ihr jemand den Kopf abgeschlagen habe. Jetzt sieht ihr Bart aus wie ein herabhängender Kopf, und ihre Nacktheit wird von einer Gitarre verborgen.

– Künstler und Schnitzer toben sich in der Hasenheide an Baumstümpfen aus.

(Ulrike Heitmüller, Journalistin)

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letzte Ergänzung vom 1. März 2012:

Vor wenigen Tagen, ist die HasenheideFigur auf Entscheidung von  Fr. Hecht beim Grünflächenamt Berlin/Neukölln entfernt/zerstört worden. Die Stelle an der die Figur stand ist komplett eingeebnet worden.

Begründung,- Besucher hätten sich beschwert wegen der Verkehrssicherheit.

Die Figur hatte einiges aushalten müssen. Ihre „Funktion“war Leute für sich zu interessieren. Was Ihr auch lange Zeit gelang. Tja, so hat der Baumstumpf 5 Jahre und die Figur doch nahezu 5 Jahre gehalten.